19 Februar 2020

Schülerin des IAJ besucht Auschwitz Überlebenden Justin Sonder

Unter dem Eindruck der jährlichen Studienreise der Schülerinnen und Schüler der Fachoberschulklassen des IAJ (Klassenstufe 12) im Oktober 2019 nach Krakau und dem damit verbundenen Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, schrieb die Schülerin Kim Riedel (Fachrichtung Gestaltung) ein Gedicht, welches sie „Vermächtnis“ nannte.
Dieses widmete sie dem Auschwitz Überlebenden Justin Sonder aus Chemnitz, der als 17jähriger nach Auschwitz II (Birkenau) deportiert wurde und danach in den IG Farben Werken Auschwitz III (Monowitz) Zwangsarbeit verrichten musste. Im Januar 1945 wurde Justin Sonder dann auf den Todesmarsch in Richtung des KZ Flossenbürg (Oberfranken) gesetzt, in dessen Nähe er am 23.04.1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde.
Am 26.11.2019 war es Kim Riedel durch die Vermittlung ihres Geschichtslehrers, Herrn Wolfgang Langer, möglich, Herrn Sonder persönlich zu besuchen und ihm ihr Gedicht vorzutragen. Der heute 94jährige war sichtlich gerührt und erzählte Kim in seiner eigenen, unverkennbaren Art von Hunger, Tod, Selektion und dem Tod seiner Mutter in Auschwitz sowie seinem Leben danach. Am 04.02.2020 besuchten beide abermals Herrn Sonder. Kim überreichte ihm ihr gerahmtes Gedicht mit zwei Fotos sowie eine besprochene CD mit ihrem Gedicht, da die Sehkraft von Herrn Sonder stark eingeschränkt ist.

Das bewegende Gedicht von Kim Riedel kann hier abgerufen werden.

Justin Sonder ist einer der letzten Zeitzeugen der NS Verbrechen in Auschwitz im deutschsprachigen Raum. Wer sich mit ihm unterhält, spürt, dass sein Lebensmut ungebrochen ist! Wir wünschen Herrn Sonder auch von dieser Stelle aus noch viel Gesundheit.

(Text: Wolfgang Langer, Bild: Wolfgang Langer mit freundlicher Genehmigung von Justin Sonder und Kim Riedel)

Kim Riedel beim persönlichen Gespräch mit Justin Sonder