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Auf den Spuren der Erinnerung – Studienreise nach Krakau und der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau 2025

Dank der guten Vorbereitung durch unseren Geschichtslehrer Herrn Langer konnten wir, die diesjährige FOS 12, am 19.11.2025 gemeinsam mit drei weiteren Lehrkräften unsere Studienreise nach Polen antreten. Morgens um 8:00 Uhr begann die neunstündige Busfahrt in Richtung Krakau. Nach mehreren Pausen, lustigen Momenten und ein paar Stunden Schlaf kamen wir gegen 17:30 Uhr in unserem relativ zentral gelegenen Hostel in Krakau an. Zunächst bezogen wir unsere Zimmer und räumten unsere Sachen ein. Anschließend gingen wir alle gemeinsam zum Marktplatz. Nachdem uns die wichtigsten Informationen für den Ablauf des folgenden Tages vermittelt worden waren, durften wir die Stadt noch ein wenig auf eigene Faust erkunden, bis es Zeit war, zurück ins Hostel zu kehren.


Am nächsten Tag ging es für uns um 8:30 Uhr mit dem Bus zur Besichtigung des Platzes der Ghetto-Helden. Dort erhielten wir vom Sohn unseres Geschichtslehrers Thomas einige interessante Informationen bezüglich der Stühle, die auf dem Platz stehen. Ein Stuhl steht dabei symbolisch für das Leben von 1.000 ermordeten Juden. Im Anschluss liefen wir zur ehemalige Schindler-Fabrik. Vor Ort wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Nachdem wir unsere Jacken abgegeben hatten, folgte eine eineinhalbstündige Führung über den Verlauf des Zweiten Weltkrieges, die jüdische Kultur in Krakau und die wichtige Rolle, die Oskar Schindler für viele Juden zur damaligen Zeit spielte. Die Eindrücke, die wir dort bekamen, konnten wir zunächst in unserer Mittagspause verarbeiten.
Um Punkt 14:00 Uhr begann die Stadtführung mit einer musikalischen Einlage aus der Marienkirche, in die wir im Anschluss in Fünfergruppen hineinschauen durften. Gleichzeitig wurden uns die Tuchhallen gezeigt und die Entstehung von Krakau nähergebracht. Danach ging es für uns zur zweitältesten Universität Deutschlands, der Jagiellonen-Universität, an der bereits Nikolaus Kopernikus Mathematik und Astronomie studierte. Gegen Ende liefen wir zum Kreuz von Katyn, das als Gedenkstätte für die ermordeten polnischen Offiziere steht. Zum Schluss ging es noch zum Schloss Wawel an der Weichsel. Laut Sage soll dort einst der Wawel-Drache gelebt haben, der die Bewohner Krakaus in Angst und Schrecken versetzte. Danach hatten wir unsere wohlverdiente Freizeit.


Nach einer Nacht mit wenig Schlaf fuhren wir mit dem Bus in das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. In Auschwitz angekommen, begann für uns der erste Teil der dreieinhalbstündigen Führung durch das Stammlager. Dabei wurden uns die Blöcke gezeigt und der Alltag der Häftlinge und Aufseher näher erklärt. Wir hatten die Möglichkeit, mehrere Blöcke zu besichtigen, so den Block 4, mit verschiedenen Hinterlassenschaften der Häftlinge, wie Kinderschuhe, Kleidung, Prothesen, persönliche Habseligkeiten, zwei Tonnen menschliches Haar und vieles mehr. Außerdem bekamen wir den Block 11, der auch Todesblock genannt wird, zu sehen. Ebenfalls durften wir in das erste Krematorium gehen und waren negativ überwältigt von dem, wozu Menschen fähig sein können.
Anschließend fuhren wir mit dem Bus weiter nach Birkenau und wurden vor Ort über die Abläufe und Geschehnisse an der Rampe, in den Baracken, über die Hygienemaßnahmen und die weiteren Krematorien informiert. Der sogenannte Kinderblock war für uns zugänglich und für viele emotional besonders herausfordernd. Zum Abschluss hatten wir die Möglichkeit, an der Gedenkstätte ein Blumengebinde an der deutschen Gedenkplatte von insgesamt 23 Platten (Nationen) abzulegen.
Im Gedenken an die etwa anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder, die in Auschwitz-Birkenau ihr Leben verloren und überwältigt von den vielen Eindrücken, ging es zurück ins Hostel. Dort konnten wir den letzten Abend in Ruhe ausklingen lassen.


Am Samstag, dem 21.11.2025 ging es um 8:30 Uhr wieder zurück in Richtung Erzgebirge. Nach einer langen Fahrt kamen wir gegen 17:30 Uhr in Annaberg-Buchholz an.
Für alle Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse war die Studienreise sehr eindrucksvoll und spannend, aber auch zum Teil erschreckend und emotional herausfordernd.
Wir danken unserem Geschichtslehrer Herrn Langer für die gute Planung und Durchführung der Reise und den mitgereisten Lehrkräften. Ebenso geht ein großes Dankeschön an unseren Busfahrer Nico Gläser für den sicheren Transport.

 

Reisebericht von Lisa Steckel und Hannah Bauer (FOS 12S)

Bilder: Lehrkräfte der Studienfahrt