Am Vorabend des 80. Jahrestages der Befreiung des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz fand in Chemnitz die Uraufführung des Dokumentarfilms über das Leben des Chemnitzer Ehrenbürgers und Auschwitzüberlebenden Justin Sonder statt. Mir war die Ehre zuteil geworden, an diesem Film mitwirken zu dürfen. Bereits am 17.10. 2024 wurde ich von der Produktionsfirma Red Tower Films um ein längeres Interview am IAJ gebeten. Zusammen mit der Tochter von Justin Sonder, Frau Kerstin Claus, und anderen Wegbegleitern kommentierte ich dann die einzelnen Lebensabschnitte von Justin Sonder aus historischer Sicht.
Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Ralph Burghart wurde der Kinofilm gezeigt. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion statt. Ich verwies in meinen Ausführungen auf den untrennbaren Zusammenhang von Holocaust und Kriegsverlauf und ordnete das Leben von Justin Sonder in die Zeit von 1933 bis 1945 entsprechend ein. Einen weiteren Schwerpunkt legte ich auf die Frage, wie man heute das Vermächtnis von Justin Sonder bei unserer Jugend wachhalten kann. Ich erläuterte den Gästen im prall gefüllten Saal unsere jährliche Studienreise der Klassenstufe 12 FOS nach Krakau und in die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Im ehemaligen Arbeits- und Vernichtungslager war Justin Sonder von März 1943 bis Januar 1945 inhaftiert. Ich verwies auch auf den Stellenwert von Justin Sonder im Geschichtsunterricht und als Mahner für unsere heutige Gesellschaft.
Es war eine gelungene Veranstaltung, die Justin Sonder bestimmt sehr gefallen hätte, obwohl er in seiner Bescheidenheit nicht gern im Mittelpunkt stand. Am Ende seines Lebens stellte er sich oft die Frage: „Was habe ich erreicht?“. Der Abend gab die Antwort.
Text und Fotos: Wolfgang Langer









