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Ein Besuch bei Gericht für die ERZ 22

Am Montag, den 18.03.2024, stand für die Klasse ERZ 22 aus Marienberg ein Besuch am Amtsgericht Marienberg auf dem Programm. Um 08.15 Uhr trafen wir uns gemeinsam mit unserem begleitenden Lehrer, Herrn Langer, am Eingang der Schule, um uns gemeinsam auf den Weg zum AG Marienberg zu machen.

Im Gericht angekommen, durchliefen wir erst einmal die Sicherheitskontrolle, um danach in den Gerichtssaal zu dürfen. Im Gerichtssaal setzten wir uns und warteten auf den vorsitzenden Richter, welcher die Verhandlung führte. Verhandelt wurde vor dem Schöffengericht. Einige der Prozessbeteiligten waren schon da und wir waren alle etwas aufgeregt, da es für die meisten von uns eine komplett neue Erfahrung war und auch das Thema der Verhandlung war sehr heikel. Angeklagt war der sexuelle Missbrauch an Minderjährigen.

Als der Richter kam, standen alle auf. Er begrüßte die Anwesenden und bat alle sich wieder zu setzen. Dann begann die Verhandlung. Er belehrte alle Prozessbeteiligten über die Folgen einer Falschaussage und bat dann um die Anklageschrift. Die Staatsanwältin verlas in ihrer Anklageschrift den Tatvorwurf, dass der Angeklagte als Pflegevater seine damalige Pflegetochter im Kindesalter mehrfach sexuell missbraucht hätte. Die mittlerweile erwachsene junge Frau wagte nun den Schritt vor Gericht und trat als Nebenklägerin auf. Erschütternd waren die Details, welche die Staatsanwältin in ihrer Anklageschrift verlas. Das hat uns dann alle schon sehr getroffen. Danach kam es zu einer kurzen Besprechung des Richters mit den Schöffen, was für die weitere Verhandlung wichtig war. Als dann die Nebenklägerin als Zeugin zu ihrer Aussage in den Gerichtssaal gebeten wurde, plädierte diese auf Aussage unter Ausschluss der Öffentlichkeit, d.h. wir mussten den Saal verlassen und warteten, bis wir wieder hineindurften. Wir warteten sehr lange vor dem Saal. Wir erfuhren dann, dass für den Rest der Verhandlung die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird und wir nun nicht mehr als Besucher in den Gerichtssaal durften. Also fuhren wir in die Schule zurück und waren etwas frustriert. Wir haben uns auch Gedanken gemacht, wie wohl die Verhandlung ausgeht, denn wir haben alle gehofft, dass es ein gutes und gerechtes Ende nehmen wird.

Unseren geplanten Termin mit dem Richter nach der Verhandlung sprechen zu können, haben wir dementsprechend verschoben. Wir bekamen unsere Chance, mit dem Richter ein Gespräch zu führen und wir konnten alle unsere Fragen stellen. Es war wirklich sehr aufschlussreich und interessant. Am Ende erfuhren wir, dass das Urteil 2 Jahre Freiheitsstrafe für den Angeklagten im Raum steht, doch dieser in Berufung gegangen ist. Das heißt er ist noch auf freiem Fuß und das Urteil steht noch aus. Trotz allem konnten wir viel Neues lernen, auch was unser zukünftiges Berufsleben angeht. Wir müssen wachsam sein im Umgang mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen. Wir bedanken uns sehr beim IAJ, bei Herrn Langer und beim Amtsgericht Marienberg für diese Möglichkeit.

Text: Jule Deutsch, ERZ 22 Marienberg

Foto: Luca Weinhold ERZ 22 Marienberg